Acht

Wenn man über lange Zeit nicht 8gibt auf seinen Garten und zu faul ist die Sitzecke darin zu pflegen, stattdessen rein gar nichts m8, sondern die Waschbetonplatten ganz s8 zumoosen lässt, entf8 die Natur manchmal mit M8 und sogar über N8 eine Blütenpr8. Als ich heute aufw8e und in den Garten schaute, stellte ich fest, dass die Platten mit einer hübsch zu betr8enden kleinen Blüten-8 bed8 worden waren. Da l8 das Herz des Faulen! Ja, die Natur liebt faule Menschen – mich daher ganz besonders. Wir beide haben uns jedenfalls noch nie verkr8! EA Acht weiterlesen

Altmacher

Gerade postete ein Facebookfreund ein mittels einer App verändertes Foto von seinem eigentlich noch jungen Gesicht. Die App hatte es zu dem eines alten Mannes gemacht. Sicher im ersten Moment erschreckend für ihn, aber witzig – daher postete er’s ja auch. Ich fand’s ebenfalls lustig und installierte sofort diese App namens „OldFace“, wählte ein aktuelles Bild von mir aus und klickte auf die Schaltfläche „Old“. Es vergingen ein paar Sekunden und ich wartete gespannt, bis das neue Bild von meinem gealterten Gesicht angezeigt werden würde. … … … Dann kam’s. Nanu – es war genau das gleiche Foto! Hmmm, dachte ich, … Altmacher weiterlesen

Angst

Ich habe nicht Psychologie studiert. Von daher ist alles, was ich nachfolgend schreibe, nur Teil dessen, was ich in meinem Leben erfahren habe. Angst ist ja etwas, das allgemein als negativ empfunden wird und als „Angsthase“ gilt jemand, der sich gefährlichen Situationen nicht stellt aus Furcht Schaden zu nehmen. Heutzutage mache ich mir Gedanken darüber, wie grundlose Angst die Begegnung mit Menschen und die wahre Sicht der Dinge verhindert. Ich erinnere mich an meine Kindheit und Jugend – an eine Zeit, an der vor allem meine Großeltern Ängste schürten, die sich auf Menschen bestimmter Religionen und Nationalitäten bezogen. Was mir … Angst weiterlesen

Arroganz

Kürzlich hatte ich ganz unerwartet das erneute Vergnügen, einen rekordverdächtigen Höhenflug an Arroganz zu bestaunen. Ein nicht nur mir als Meister in dieser Disziplin bekannter Zeitgenosse war auch einmal in anderem Metier erfolgreich und hatte sich – zumindest nach eigener Einschätzung – als „Very Important Person“ bei den Anhängern seiner Kunst einen Namen gemacht. Mir war es einige Male durch glückliche Umstände vergönnt, ihm zu begegnen und seine bis zur Perfektion beherrschte Kunst des selbstherrlichen Auftretens zu bewundern – wenn er mich nämlich spüren lassen wollte, dass ich als jemand, der nicht zu seiner Welt gehört, allenfalls als applaudierender Zuschauer meine Daseinsberechtigung … Arroganz weiterlesen

Aus heutiger Sicht

„Heute“ ist morgen „gestern“. „Gestern“ war vorgestern „morgen“. „Gestern“ war vorvorgestern „übermorgen“. „Vorvorgestern“ war vorgestern „gestern“. „Vorgestern“ war vorvorgestern „morgen“. „Morgen“ ist morgen „heute“. „Übermorgen“ ist morgen „morgen“. „Morgen“ ist übermorgen „gestern“. „Übermorgen“ ist übermorgen „heute“. „Überübermorgen“ ist morgen „übermorgen“. „Überübermorgen“ ist übermorgen „morgen“. Ich hoffe, ihr behaltet bei diesem vorgestrigen Einblick den gestrigen Überblick und im heutigen Ausblick auf den morgigen Rückblick auch den übermorgigen Durchblick! 😉  EA Aus heutiger Sicht weiterlesen

Bleu de Q

An einem Sonntagnachmittag in Nancy: Ich hatte bereits Platz genommen im Saal des Opernhauses, als ich eine Schulklasse hereinkommen sah (schätzungsweise 4. Grundschulklasse). Die Kinder besetzten die komplette Reihe vor mir und ich befürchtete Schlimmes. Aufgeführt wurden zwei Opern von Rachmaninov, eine davon ein wirklich ganz schwerer Brocken und mir war klar, dass wegen der zu erwartenden Unruhe und Störaktionen der Kids ein Operngenuss unmöglich sein würde. Was ich erlebte, war dann Folgendes: Die Kinder (überwiegend Jungen) gaben während der fast 3 Stunden keinen einzigen Laut von sich, hampelten auch nicht auf ihren Plätzen herum, sondern verfolgten die Aufführung offensichtlich mit … Bleu de Q weiterlesen

Brima Glima

Sie sind Saarländer? Dann ist Ihnen alles, was ich nachfolgend bräsentiere, schon glar wie Gloßbrühe und Sie haben kein Broblem damit – schließlich sind Sie ja in diesem gleinen Ländchen aufgewachsen. Allen anderen, die ganz sicher bei der Überschrift und auch bei den hier erkannten Rechtschreibfehlern schdudzig geworden sind, will ich einmal erglären, was Sie bei einem Besuch des Saarlandes von den Einheimischen zu hören bekommen – sogar von schbrachlich geschulten Schbrechern des Saarländischen Rundfungs. Ganz abgesehen davon, dass hierzulande ein schbezieller Dialekt geschbrochen wird, erkennt man den Saarländer auch beim Hochdeutschschbrechen. Wir sind wohl nicht als harte Typen über den … Brima Glima weiterlesen

B-Tonung

Schon seit geraumer Zeit fällt mir auf, dass es offenbar zur Rhetorik-Ausbildung von Nachrichtensprechern und Moderatoren in Rundfunk und Fernsehen gehört, Präpositionen, Konjunktionen und Artikel in einem Satz besonders zu betonen, auch wenn dies gar keinen Sinn macht. Und es macht fast nie einen Sinn! Ganz offensichtlich soll die Sprache dadurch lockerer klingen und die Aufmerksamkeit der Hörer gesteigert werden. Für mich wirkt es aber einfach nur lächerlich. Nun ja, ich werde mich wohl daran gewöhnen müssen, dass fast kein Fernseh- oder Radiomensch mehr normal spricht. Was mich allerdings interessieren würde, ist die Frage, ob Moderatoren und Sprecher keine beruflichen Chancen hätten, wenn … B-Tonung weiterlesen

Danke

Das am schwersten auszusprechende Wort der deutschen Sprache ist nicht „Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmütze“, sondern „danke“. Viele kapitulieren vor der komplizierten Buchstabenfolge und bemühen sich erst gar nicht mehr darum, dieses schwierige Wort auszusprechen. Vielleicht sollte man neben „Deutsch für Ausländer“ auch einmal über „Deutsch für Deutsche“ nachdenken! Danke weiterlesen

Darf ich? Nein!

Ich will euch mal erzählen, wie es zu diesem schon ein paar Jahre alten Foto kam. Opernstar Elina Garanca in Saarbrücken – dieses Ereignis wollte man sich nicht entgehen lassen. So war die Congresshalle bis auf den letzten Platz besetzt und es herrschte allgemeine Begeisterung nach dem Konzert der Deutschen Radio Philharmonie mit Garanca als Solistin. Nach Konzertende nahm die Sängerin zusammen mit ihrem Mann Karel Mark Chichon, dem Chefdirigenten des Orchesters, an einem Tisch im Foyer der Halle Platz und gab Autogramme. Wäre ihr Mann nicht der Chefdirigent, hätten die Saarbrücker wohl nie das Glück gehabt, die Mezzosopranistin, die an den … Darf ich? Nein! weiterlesen

Das Das-Dass-Dilemma

So, jetzt aber! Schon x-mal habe ich’s mir vorgenommen, es aber immer bleiben lassen, weil ich keinen oberlehrerhaften Eindruck hinterlassen wollte. Heute nun tu ich’s endlich! Aber ich weiß immer noch nicht so recht, wie ich’s angehen soll. Die Rede ist vom häufigsten Rechtschreibfehler, der Verwechslung von “das” und “dass” (früher “daß“). Zwar gibt es größere Probleme in der Welt, das ist mir schon klar – aber dass immer weniger Menschen in der Lage sind, diese beiden Wörter auseinander zu halten, das ist nicht gut. Das müssen wir ändern, dass das klar ist! 😉 Aber wie anfangen? Vielleicht mit einer Frage: Könnte es sein, dass Sie statt des Satzes “Man lernt nie aus” sagen würden: “Man … Das Das-Dass-Dilemma weiterlesen

Das Problem ist halt …

Heute, am ersten Weihnachtstag, sitzen eine überzeugte Christin, ein gläubiger Muslim und einer, der seinen Glauben verloren hat, zusammen am Tisch, essen und trinken gemeinsam, unterhalten sich und nehmen Anteil an Freud und Leid des jeweils Anderen. Sie verstehen sich gut … und wissen, dass es gar nicht entscheidend ist, ob und woran man glaubt. Wichtig ist es zu akzeptieren, dass nicht jeder so denkt wie man selbst, dass man sich respektiert und sich so verhält, wie man sich als Mensch verhalten sollte: verständnisvoll, freundlich und friedlich. Es könnte alles so einfach sein in dieser Welt, wenn auch im Großen funktionieren … Das Problem ist halt … weiterlesen

Dem Ganzen sein Sinn

Immer wieder nehme ich mir vor, mich nicht mehr aufzuregen über Rechtschreib- oder Worttrennungsfehler in der Tageszeitung – und auch Grammatikfehler einfach zu übersehen und mich stattdessen auf den Inhalt des Textes zu konzentrieren. Ich nehme mir vor, mich nicht mehr aufzuregen über Nachrichtensprecher(innen), die nicht sinngemäß betonen (täglich x-fach zu bemerken), michä nichtä mehr aufzuregenä über dasä ständige Anhängenä vonä „ä“ am Wortende (gesprochen wie eine Mischung aus „e“ und „ä“), meisterhaft beherrschtä beispielsweise vonä Verkehrsminister Dobrindtä und dem bayerischen Innenminister Herrmannä. Ich will mich nicht mehr aufregen über das unsinnige Hervorheben von Präpositionen und Artikeln bei Radio- und … Dem Ganzen sein Sinn weiterlesen

Die drei Töchter

Als mir vor Jahren die folgende Denksportaufgabe gestellt wurde, behauptete ich, sie sei nicht lösbar, weil eine wichtige Angabe fehle. Ich musste mich jedoch eines Besseren belehren lassen. Viel Spaß beim Herausfinden der Lösung! Ein junger Mann kam in eine fremde Stadt, um dort ein Mathematikstudium zu beginnen. Weil er dringend eine Unterkunft  benötigte, machte er sich auf den Weg von Haus zu Haus und fragte, ob ein Zimmer zu mieten sei. Nach vielen erfolglosen Versuchen klingelte er an einem weiteren Haus. Eine Frau mittleren Alters öffnete die Tür. Wie allen anderen zuvor stellte er sich auch ihr als Mathematik-Student auf … Die drei Töchter weiterlesen

Eingedeutscht

Neulich las ich einen langen fehlerfrei geschriebenen Text, wurde aber bei einem einzigen Wort stutzig, das ich anders geschrieben hätte: „geliked“! Das aus dem Englischen stammende und mittlerweile eingedeutschte Verb „liken“ müsste ja im Perfekt „geliket“ heißen, weil eben die deutschen Rechtschreibregeln zur Anwendung kommen – das eigentlich noch richtigere „gelikt“ würde die englische Herkunft nicht mehr erkennen lassen. Ein ähnliches Problem gibt es bei dem eingedeutschten Verb „googeln“, das manche „googlen“ schreiben, was allerdings nach deutschen Regeln falsch ist, da das Wort wie z.B. „schwindeln“ mit „eln“ enden muss. Nun ja, ich habe mir bisweilen sagen lassen müssen, dass … Eingedeutscht weiterlesen

Extreme

Manchmal sind Erkenntnisse banal, aber wenn man weiterdenkt, erschließt sich einem durch sie die ganze Welt. Dass jede Medaille zwei Seiten hat, wissen wir. Dass es Licht und Dunkelheit gibt, Gut und Böse, Reich und Arm, Liebe und Hass – alles nicht neu. Es hat mich immer beschäftigt, erstaunt und gleichzeitig besorgt, dass es bei allem auf dieser Welt zwei Extreme gibt mit einer riesigen Bandbreite dazwischen, auch bei Gefühlen und Verhaltensweisen von uns Menschen. Es scheint ein Naturgesetz zu sein. Was den Menschen betrifft, so ist es faszinierend und erschreckend zugleich, dass jede nur denkbare Position auf dieser Strecke … Extreme weiterlesen

Facebook-Freunde

Wann ist man eines anderen Freund? Sicher nicht durch die bloße Verlinkung auf einer Internetplattform. So gibt es unter meinen Facebook-Kontakten etliche, an denen ich im wirklichen Leben vorbeigehen würde, weil ich sie gar nicht kenne. Vielen habe ich eine Kontaktanfrage geschickt, weil ich mich (gerade im Bereich Oper) für ihre Karriere interessiere. Andere sind Facebookfreunde geworden, weil ich sie schon länger kenne – oder weil ich sie zufällig kennenlernte und sie mir sympathisch waren. Wieder andere haben mir aus unterschiedlichen Gründen eine Freundschaftsanfrage gestellt. Weitere Kontakte ergaben sich hobbybedingt aufgrund gleicher Interessen oder durch regelmäßige Treffen einer Facebookgruppe. Was … Facebook-Freunde weiterlesen

Fressefreiheit

Heute, am 3. Mai 2017, ist der Tag der Pressefreiheit. Viele Zeitgenossen nehmen für sich auch die „Fressefreiheit“ in Anspruch. Niveaulose Facebookkommentare belegen dies täglich. Gut, dass es aber auch hierfür Grenzen gibt. Nur die Gedanken sind noch wirklich frei. Noch! Facebook arbeitet bereits daran, durch Auswertung von Hirnströmen Gedanken lesen und in Schrift umwandeln zu können. Das also ist die Zukunft! Dann hat es keinen Sinn mehr zu lügen, denn auf dem Smartphone liest man die Wahrheit. Ein gesprochenes „Ja, Schatz, Ich liebe dich noch wie am ersten Tag“ wird dann zu lesen sein als „Alte(r), du warst der … Fressefreiheit weiterlesen

Gedicht

Ich will auch Einmal dichten Einfach Sehen Ob ich’s kann   Doch worüber Wie gestalten Reime bilden Zeichen setzen   Ohne ist besser Ohne fordert Es soll ja Modern sein   Suche nach Inhalt Leere im Kopf Wirre Gedanken Formen sich nicht   Nun denn Ich lasse es Dichten ist Nicht mein Ding   Aber Ich behaupte einfach Doppelpunkt Das ist ein Gedicht   Ein schlechtes Aber meines Hier steht es Keiner liest es     EA Gedicht weiterlesen

Geflüstere

Filmunterbrechung. Werbepause. Die Sender drehen die Lautstärke auf, damit die Fernsehzuschauer die Werbebotschaften nur ja nicht überhören. Doch während der Spots immer wieder ein abrupter Wechsel zur Flüstersprache. Eine sanfte Frauenstimme verkündet in leisestem Flüsterton, so als wolle sie uns ihre Botschaft ins Ohr hauchen: „Hexaaaal“… oder: „Actimel … aktiviert Abwehrkräfte“. Auch Radiosender teilen ihren Hörern immer wieder im Flüsterton mit, welchen Sender sie gerade hören. Flüstern hat was Erotisches … um nicht zu sagen: Sexuelles. Und das wenden die Werbestrategen oft genug an, um ihre Waren zu verkaufen, denn „Sex sells“. Allerdings haben nicht nur die Werbefachleute, sondern auch … Geflüstere weiterlesen

Gehirn

Es ist imemr wieedr enuarstcilh, zu wehclen Ltseiugnen uesnr Gihern fhiäg ist! Acuh wnen deiesr Txet znäcuhst ustndverläncih escrhniet, sbolad es in uernsem Gheirn Kcilk gecamht hat, kenönn wir ihn lseen. Die eginzie Vauroszsetnug ist, dsas der jweelis etrse und ltetze Bstuhcbee eiens Wtores frixeit blibet, die arenden kneönn bleieibg dieuranhcnder gfeüwrelt sien. Uensr Grhien szett die Wtöerr ritcihg zmuasmen. EA Gehirn weiterlesen

Genderwahn

Gerade begrüßen Moderatorinnen und Moderatoren die Zuschauerinnen und Zuschauer, worauf sich die Politikerinnen und Politiker bei den Wählerinnen und Wählern bedanken, bei den Wahlkampfhelferinnen und Wahlkampfhelfern sowie bei den Berlinerinnen und Berlinern. Jetzt gehe es um die Suche nach Bündnispartnerinnen und Bündnispartnern, damit man eine gute Politik für die Bürgerinnen und Bürger machen könne. Kann man nicht endlich einmal all den Sprachvergewaltigerinnen und Sprachvergewaltigern klar machen, dass dieser ganze Genderwahnsinn in die Papiereimerinnen und Papiereimer gehört?! Genderwahn weiterlesen

Glaube und Unglaube

Habe mir wieder einmal Gedanken über Glaube und Unglaube gemacht und mich gefragt, warum beide die Menschen voneinander abgrenzen und oft genug dafür sorgen, dass sie sich meiden oder sogar hassen und im Extremfall töten. Das Wort „Glaube“ sagt doch aus, dass ich etwas nicht weiß, sondern nur daran glaube. Im konkreten Fall: Man weiß nicht, dass es einen Gott gibt, aber man glaubt an seine Existenz. Der Ungläubige „glaubt“ ja aber auch – nämlich, dass es keinen Gott gibt. Er ist so gesehen auch ein Gläubiger. Er GLAUBT an die Nichtexistenz Gottes – ohne zu wissen, ob sein Glaube … Glaube und Unglaube weiterlesen

Hashtag

#ich bin zwar schon ein #alter #sack, aber ich #will – auch ohne #twitter–#account – ein #moderner #mensch #sein. ab #sofort wird nur noch mit#hashtag geschrieben und #alles #klein. die #moderne #welt verlangt #das. es ist nur noch eine #frage der #zeit, bis die #wörter #ganz entfallen und ausnahmslos mit einer #kombination von #hashtags, #smileys und anderen#zeichen geschrieben wird. damit wäre #dann auch #endlich das #das-#dass–#problem gelöst! EA Hashtag weiterlesen

Hey Du!

Es ist schon ein Jammer mit der neuen deutschen Rechtschreibung, die ja mittlerweile gar nicht mehr sooo neu ist. Auch wenn man grundsätzlich die Reform beim Schreiben umsetzt – in EINEM Punkt habe ich immer ein Problem, nämlich bei den Anredepronomen „du“/“dich“/“dein“/“ihr“/“euch“/“euer“! Doch nein, eigentlich habe ich selbst KEINE Schwierigkeiten damit, aber ich weiß, dass viele LESER ein Problem haben. Warum? Weil sie denken, dass ich etwas falsch geschrieben habe, was eigentlich richtig ist. Während früher ALLE Anredepronomen groß zu schreiben waren, ist die Sache heute anders geregelt. Wenn man eine Person oder mehrere Personen „siezt“, wird das entsprechende Anredepronomen nach wie … Hey Du! weiterlesen

Höchststrafe

Gestern um 17 Uhr in der Congresshalle Saarbrücken. Die Deutsche Radiophilharmonie und Chefdirigent Karel Mark Chichon hatten zu einer konzertanten Opernaufführung geladen. „La Bohème“ stand auf dem Programm. International bekannte Solisten sangen. Außer ihnen auf der Bühne: rund 160 Damen, Herren und Kinder in Orchester und zwei Chören. Im vollbesetzten Saal: 1300 opernbegeisterte Menschen, die die Aufführung genossen und am Ende jubelnd applaudierten. Nur zwei Männern gefiel es nicht. Überhaupt nicht. Karten hatten sie nicht gekauft, denn sie waren offensichtlich dienstverpflichtet. Beide waren gleich angezogen und saßen etwas abseits vom Publikum auf zwei seitlichen Emporen-Plätzen in Höhe des Orchesters. Ob … Höchststrafe weiterlesen

Hollywood

Hollywood, ich komme! Noch bin ich nicht da, aber es kann nicht mehr lange dauern, bis ich das Leben in meinem kleinen Dörfleinchen gegen die VIP-Welt und den Glamour der Filmmetropole eintausche. Der Einstieg ins Filmgeschäft ist gemacht und der erste Schritt auf dem Weg zum Weltruhm getan. Dieser Tage wurde ich entdeckt. Die renommierte Produzentin Marisa Winter wollte mich für ihren dritten Film haben. Sie unterbreitete mir das Angebot, in ihrem neuen Kinofilm mitzuwirken. Voller Stolz und Vorfreude auf eine große internationalen Karriere fuhr ich zum Drehort nach Saarbrücken, wo ich mit meiner Rolle vertraut gemacht wurde. Die Hoffnung … Hollywood weiterlesen

Ich bringe Sie …

Da sprach mich neulich eine etwas verwirrte alte Dame an und fragte nach dem Weg zu einer Bank. Sie vertraute mir an, dass sie das in ihrer Handtasche befindliche über Jahre gesparte Bargeld nun doch endlich sicher anlegen wolle, anstatt es zuhause aufzubewahren. „Es gibt ja so viele kriminelle Menschen!“, sagte sie. Ich antwortete: „Da haben Sie aber Glück, dass sie gerade einen von den wenigen Ehrlichen getroffen haben! Vertrauen Sie mir! Ich weiß, wohin Sie schnellstens müssen. Ich bringe Sie …“ Ich bringe Sie … weiterlesen

Konjunktiv

Da im Sprachunterricht für Flüchtlinge gerade Konkjunktiv 1 und 2 auf dem Programm stehen, wird mir bewusst, wie extrem selten in der Alltagssprache die reinen Konjunktivformen Anwendung finden und wie unsinnig es ist, von Flüchtlingen zu verlangen, diese zu lernen, da selbst wir Muttersprachler bei der Konjugation von Verben im Konjunktiv oft kapitulieren. Ich hoffe sehr, dass man sich in Prüfungen auf die gängigen Formulierungen beschränkt und nicht etwa die Beherrschung folgender Konjugation verlangt: ich schwömme/schwämme du schwömmest/schwämmest er/sie/es schwömme/schwämme wir schwömmen/schwämmen ihr schwömmet/schwämmet sie schwömmen/schwämmen Immerhin, man hat in diesem Fall sogar noch die Wahl zwischen „ö“ und „ä“ … Konjunktiv weiterlesen

Kontakt-Anzeige

Liebe Dame, gerade bin ich auf die Kontaktanzeige mit Ihrem hübschen Foto aufmerksam geworden und möchte mein Interesse bekunden. Ich bin zwar kein Witwer und habe möglicherweise nicht ganz so viel Stroh im Kopf, wie Sie es von einem passenden Partner erwarten, aber ich bin ein Tierfreund wie Sie und würde mich nach Ihrem Ableben liebevoll um Ihren Vierbeiner kümmern. Nicht nur Sie und Ihr süßer Hund (dem Sie übrigens ähnlich sehen), sondern auch Ihre Perlen gefallen mir sehr. Sind die echt? Auch Ihr topmodisches Blümchenkleid sagt mir zu. Sehr schön auch, dass es so gut gefüllt ist! Ist denn … Kontakt-Anzeige weiterlesen

Kunst

Mit der Kunst ist es ja so eine Sache. Wo beginnt und wo endet sie? Wo ist die Grenze zwischen einem rein dekorativen Bild oder Objekt und einem Kunstwerk? Und wo die Grenze zwischen Kunst und Wahnsinn? Muss Kunst Sinn enthalten? Eine Botschaft? Muss man sie deuten können oder darf man rätseln oder sie einfach nur ansprechend finden? Muss sie mit Können und Arbeit verbunden sein oder darf sie auch ein Werk von Sekunden sein? Kann die bloße Umsetzung einer ungewöhnlichen Idee Kunst sein? Ist ein waagerechter blauer Strich auf einer schwarzen Fläche Kunst oder Verarschung? Würden Kunstliebhaber erkennen, ob ein … Kunst weiterlesen

Leere

Mir geht’s gar nicht gut. Alles ist so leer und sinnlos. Wie schön war es doch, als die Tage noch ausgefüllt und voller Inhalt waren. Aber jetzt? Nichts mehr außer einem leeren Dasein! Die goldenen Zeiten sieht man noch vor sich, aber sie sind nur noch eine wertlose Hülle, die einen an die süße Vergangenheit erinnert. Das hat ja alles keinen Sinn mehr! Wo finde ich endlich wieder Erfüllung? Aber was heißt Erfüllung? Eine Füllung würde mir schon reichen. Mein Zahnarzt hätte jetzt sicher einen Lösungsvorschlag, aber was ich brauche, kann er mir nicht geben. Wer von euch rettet mich? … Leere weiterlesen

Leitkultur

Es ist schon ein Leid mit der oft beschworenen Leitkultur. Ein hehrer und für manche auch leerer Begriff. Viele sind furchtbar stolz auf unsere deutsche oder christliche Leitkultur, die in der Geschichte oft genug eine Leidkultur war. Sie verteidigen diese vehement durch körperliche oder verbale Aggression und beweisen damit nur ihre persönliche Unkultur. Und überhaupt: Ganz abgesehen von den hehren Idealen einer Leitkultur – mit Kultur im Allgemeinen haben es doch eh nur wenige. Wem bedeutet denn Kultur wirklich etwas für sein Leben? Eine Kult-Uhr ist da oft wichtiger. Es ist wohl überwiegend nur noch eine Light-Kultur, die den Menschen … Leitkultur weiterlesen

Lernen am laufenden Band

In jungen Jahren studierte ich Deutsch und Musik, in späteren dann Menschen. Dieses nachfolgende Studium endet nie. Die Studienorte sind ganz verschieden. Selbst eine Supermarktkasse eignet sich dazu. Wenn sich der Einkauf für die nächsten zwei Wochen auf dem Band türmt und dann registriert wird, dass ich als nachfolgender Kunde nur 1 Artikel in der Hand halte, fliegt der Kopf ganz schnell nach vorne und jeglicher Blickkontakt wird ab sofort vermieden – vielleicht aus Angst, ich würde fragen, ob man mich vorlässt. Das tue ich meistens auch. Ein Einverständnis gibt es sehr oft, aber nicht immer. Fast in allen Fällen sieht … Lernen am laufenden Band weiterlesen

Mannomann!

„Gott gab Adam eine Frau zur Seite (keinen Mann)“ – diesen Satz lese ich gerade in einem in der Saarbrücker Zeitung veröffentlichten Leserbrief, gefolgt von einem Hinweis auf das Buch Mose, in dem Homosexualität als Abscheulichkeit verurteilt wird, gipfelnd in der Frage der Schreiberin, ob der Mensch das Recht habe, die Gesetze Gottes zu beugen. Wir leben im 21. Jahrhundert. Wir haben in der Schule gelernt, dass es eine Evolution gab und gibt, dass die ersten Lebewesen Einzeller im Meer waren, dass der Mensch vom Affen abstammt. Wir haben erfahren, dass es Homosexualität schon immer gab und wir wissen, dass es … Mannomann! weiterlesen

Mitglieder

Gerade habe ich im Fernsehen wieder eine Flut von Begriffen mit jeweils weiblicher und männlicher Form von Nachrichtensprecherinnen und Nachrichtensprechern, Moderatorinnen und Moderatoren, Berichterstatterinnen und Berichterstattern über mich ergehen lassen müssen (für mich eine sprachliche Vergewaltigung), aber dann wurde ich stutzig bei einem Wort, bei dem nur die männliche Form genannt wurde: Mitglieder. Wow, dieses Wort haben wir Männer immerhin noch ganz für uns alleine. Das Wort „Mitgliederinnen“ existiert gar nicht. Nun ja, „MitGlied“ und weiblich – das passt ja auch nicht zusammen! 😉 Ich habe übrigens zu keinem Zeitpunkt meines Lebens bei Begriffen wie „Politiker“, Lehrer“, „Arbeiter“ usw. das … Mitglieder weiterlesen

Oper

Es gab eine Zeit in meinem Leben, zu der ich jeden für verrückt hielt, der mir sagte, er gehe in die Oper. Ich war damals Jugendlicher und hatte mit klassischer Musik nichts am Hut. Irgendwann erlebte ich dann in der Schule eine Musikstunde, die mich irritierte und gleichzeitig faszinierte. Wir lernten „Die Moldau“ von Smetana kennen. Je mehr wir uns in das Orchesterstück vertieften und lernten, was der Komponist mit seinem Werk musikalisch „malte“, desto größer wurde meine Begeisterung für diese Musik. Gleichzeitig sagte ich mir: ‚Das darf dir gar nicht gefallen – du stehst auf Beatles und Rolling Stones!‘ … Oper weiterlesen

Opernregie

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis finden sich einige Opernfreunde, die mit mir zusammen aufgrund regelmäßiger Opernbesuche den Wandel der Inszenierungen über die Jahre und Jahrzehnte hin zum modernen Regietheater mitbekommen haben. Andere, die diese Entwicklung nicht verfolgt haben und nach langer Zeit wieder einmal mit ins Theater kommen, sind befremdet – manchmal auch entsetzt – und verstehen nicht, warum ein Werk, das sie früher schon einmal gesehen hatten, nun so vollkommen anders auf die Bühne gebracht wird. Ich erkläre ihnen dann, dass die für Regie und Bühnenbild Verantwortlichen die Oper nicht als Museumsstück sehen, sondern als eine Kunstform, die mit der Zeit gehen … Opernregie weiterlesen

Pass uff!

Vorhin im Supermarkt in. Ein Ehepaar trifft beim Verlassen des Marktes eine Bekannte, die im Begriff ist hineinzugehen. Der Mann warnt: „Es sin zwei Auslänner drin. Pass uff!“ Ja, Freunde, Landsleute, Inländer – PASST AUF! Sie sind überall. Gerade ist auch einer in meinem Haus. Er tut freundlich und kocht sogar das Mittagessen für mich, aber das ist bestimmt nur eine Taktik. Erst die Leute in Sicherheit wiegen und sie dann ausrauben – so sind sie, die Ausländer! Ich habe Angst … und gleich mache ich mir in die Hose. Ich glaube, das nennt man AfD-Syndrom. Angst fördert Durchfall. EA Pass uff! weiterlesen

Rechtschreibung

regeln für eine felerfreie rechtschreibung … die ich bereiz in disem text anwende! 😉 die deutsche rechtschreibreform von 1996 sollte wol di schreibung der wörter logischer machen unt fereinfachen. gelungen ist es ir jedoch nicht. ich habe das gefül, das noch fil mer feler gemacht werden als früer. daher habe ich ein par forschläge für di näxte reform. zil muss es sein, das alle menschen felerlos schreiben. um dis zu erreichen, muss sich di rechtschreibung an der gesprochenen sprache orientiren, di disbezügliche metode in grundschulen konsekwent umsezen und fil weniger ausnamen von regeln zulassen. das erzilen wir mit disen masnamen: … Rechtschreibung weiterlesen

Religion

Ich bin ganz sicher: Ohne Religion hätten wir eine bessere Welt! Der Irrsinn am Hass gegen die jeweils andere Religion besteht für mich darin, dass die meisten derer, die an den EINEN Gott glauben, nicht erkennen, dass sie – wenn es nur EINEN gibt – demzufolge alle an den SELBEN Gott glauben. Sich zu beleidigen, zu verachten, zu bekämpfen oder gar zu töten ist daher geradezu absurd. Ich selbst habe meinen Glauben abgelegt (und das nicht leichtfertig, sondern nach vielen Jahren des Zweifelns und Nachdenkens). Als Atheist bin ich überzeugt davon, dass es keinen Gott gibt und kein Weiterleben nach … Religion weiterlesen

Schülerzitate

Erörterung “Durch die Todesstrafe wird zwar die Menschheit kleiner, aber die Mörder sind weg!” “Man hört immer wieder, dass das Morden in Deutschland jetzt schon zu einem Hobby wird.” “Durch das Fernsehen gibt es oft Ehekrach, wenn z.B. der Mann die Sportschau und die Frau einen Spielfilm sehen will. Sie könnten ja dann einen Kompromiss schließen und ins Bett gehen.” “Es ist höchste Zeit, dass in Deutschland die Verbrechensratte wieder singt!” “Den Verbrechern ist nur beizukommen, wenn man sie mit abschrägenden Mitteln abschrägt.” “In den Bergen kann man viel wandern, wenn die Lust es erlaubt.”   Inhaltsangabe “Seit diesem Tag … Schülerzitate weiterlesen

Shit happens

Schon mal eine Nuss geknackt? Dann haben Sie sicher einen Nussknacker dazu verwendet, sofern es sich nicht um ein Problem, sondern um eine ganz reale Nuss gehandelt hat. In Sachen „Nussknacker“ fällt mir gerade eine wahre Geschichte ein, die einmal in einer Fernsehsendung erzählt wurde und mir in Erinnerung geblieben ist. Sie begab sich vor vielen Jahren zu der Zeit, als TV-Sendungen noch von Fernsehansagerinnen angekündigt wurden. Am Weihnachtsabend sollte die Chefansagerin des Bayerischen Rundfunks eine Übertragung des Balletts „Der Nussknacker“ von Peter Tschaikowski (bisweilen auch „Tschaikowsky“ geschrieben) ansagen. Sie war eine Frau, die u.a. deswegen so geschätzt war, weil … Shit happens weiterlesen

Sport und Musik

Manchmal bin ich so naiv zu glauben, Musik könne die Welt retten. Leider ist das wirklich naiv. Ich habe oft darüber nachgedacht, wie unterschiedlich einerseits durch Musik und andererseits durch Sport Menschen „erzogen“ werden. Ohne auch nur im Geringsten etwas gegen Sport zu haben – es fällt auf, dass es in ihm meistens um ein Gegeneinander geht. Im Mannschaftssport gilt das Miteinander nur für die eigene Mannschaft. Das Ziel besteht aber immer darin, im „Kampf“ einen „Gegner“ zu besiegen – wie auch in diversen Einzelsportarten. „Kampf“, „Gegner“, „Sieg“, „sich bekriegen“, „Helden“ – diese militärischen Begriffe fehlen in der Musik. Glücklicherweise … Sport und Musik weiterlesen

Sprachä

Sie kennen das ja sicher: Wenn man eine Rede halten muss, interviewt wird oder im beruflichen oder privaten Kreis etwas sagen will, kommt es vor, dass man – um Lücken zu überbrücken – ein mehr oder weniger lang gezogenes „ä“ einfügt. Diese kleine Denkpause nutzt man dann, um sich den Folgetext zu überlegen. Nur wenige schaffen es, fließend zu sprechen, ohne das besagte „ä“ zu verwenden. Was mir allerdings seit geraumer Zeit immer häufiger auffällt, wenn ich im Fernsehen Politikern, Reportern und Moderatoren beim Sprechen zuhöre, ist ein ganz besonderes Phänomen: Man fügt das „ä“ nicht als Denkpause ein, sondern … Sprachä weiterlesen

Spuren hinterlassen

Der Mensch sollte in seinem Leben Spuren hinterlassen! Manche tun es durch gute Taten, andere durch unsterbliche Kunst. So habe auch ich mich gestern redlich darum bemüht, mit meinem Wagen künstlerische Spuren an einem Toyota Verso zu hinterlassen. Man könnte auch sagen: Ich bin einer jungen Dame zu nahe gekommen. Künstlerisch, versteht sich! Aber jetzt will sie die Spuren tatsächlich beseitigen lassen und will dafür auch noch Geld von mir. Frechheit! Mein Werk wird zunichte gemacht. Ich glaube, ich werde sie verklagen! 😉 EA Spuren hinterlassen weiterlesen

SST-Archiv

Saarländisches Staatstheater Archiv der Musiktheaterpremieren und -ensembles von 1956 bis 2017 Für die Überlassung von Spielzeitheften zur Erstellung dieses Archivs danke ich herzlich dem Ehepaar Ute & Adalbert Krob.  2016/2017  West Side Story (Bernstein), Der Freischütz (Weber), Katja Kabanowa (Janacek), Der Liebestrank (Donizetti), Simon Boccanegra (Verdi), Tannhäuser (Wagner) James Bobby, Judith Braun, Rupprecht Braun, Susanne Braunsteffer, Algirdas Drevinskas, Elena Haesányi, Markus Jaursch, Herdís Anna Jónasdóttir, Yitian Luan, Hiroshi Matsui, Carlos Moreno Pelizari, Carolin Neukamm, Stefan Röttig, Olafur Sigurdarson, Elizabeth Wiles / Gäste: Roman Astakhov, Michael Bedjai, Christian Bindert, Yvonne Braschke, Thorsten Büttner, Neal Cooper, Joyce Diedrich, Adrian Dumitru, Eveline Gorter, Kim-David … SST-Archiv weiterlesen

Stolz

Wenn du stolz darauf bist, dass du nicht stolz auf etwas bist, wofür du gar nichts kannst, dann kannst du auf dein Nichtstolzsein stolz sein. Da du aber auf etwas, wofür du nichts kannst, auch nicht stolz sein willst und ja auch nichts dafür kannst, dass du nicht stolz darauf sein willst bzw. nicht stolz sein kannst, weil das Stolzseinkönnen durch deine Einstellung, dass du nicht stolz sein willst, gar nicht möglich ist, kannst du also auf dein Nichtstolzsein auch nicht stolz sein, denn wenn du auf dein Nichtstolzsein stolz wärest, wärest du ja zu Unrecht stolz. Wenn du das … Stolz weiterlesen

Tannhäuser

Das Saarländische Staatstheater brachte am Pfingstsonntag 2017 Richard Wagners „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ nach langer Zeit wieder einmal auf die Bühne – in der Pariser Fassung und mit großem Erfolg. Nicht enden wollender Beifall belohnte alle an der Aufführung Beteiligten, die sich nach viereinhalb Stunden zum Schlussapplaus auf der Bühne versammelt hatten. Sogar das Staatsorchester hatte dazu den Orchestergraben verlassen und auch die Bühnentechniker durften den Beifall des Publikums ernten. Regisseur Johannes Erath hat Wagners Werk neugedeutet und legt den Focus auf die Einheit der so gegensätzlichen Figuren Elisabeth und Venus („Heilige und Hure“ in einer Person). Auch … Tannhäuser weiterlesen

Tatort Saarlouis

Heute ging in Saarlouis ein Ausländer mit einem Messer und einer Schere auf mich los und fügte mir Schnitte am Kopf zu. Gleichzeitig bemerkte ich einen weiteren Mann, der damit beschäftigt war, menschliche Überreste, die auf dem Boden zerstreut waren, zu entsorgen. Beschreibung: beide ca. 30 Jahre alt, arabisches Aussehen. Erst nach ca. 10 Minuten ließ der Täter von mir ab, forderte dann aber noch Geld. Was sollte ich machen? Ich gab ihm sogar noch etwas mehr – schließlich war ich sehr zufrieden mit Haarschnitt und Rasur im Salon „By Nazar“. EA Tatort Saarlouis weiterlesen

Un-Sinn

Braucht es Mut zum Unmut? Ist gegen das Unkraut kein Kraut gewachsen? Kann man mäßig unmäßig sein? Wenn Unmögliches möglich ist, kann dann auch Mögliches unmöglich sein? Kann scheinbar Unscheinbares scheinen? Kann Unerträgliches erträglich und Untragbares tragbar werden? Wieso heißt ein Wort „Unwort“ und ist doch ein Wort? Kann man sich mit der eigenen Unzufriedenheit zufriedengeben? Kann man sich dem Unfug fügen? Gibt es eine Stetigkeit im Unsteten? Kann Wahrscheinliches unwahrscheinlich erscheinen? Ist Unglück im Glück besser als Glück im Unglück? Gibt es eine bedingte Unbedingtheit? Gibt es ein Unwissen im Wissen und auch ein Wissen im Unwissen? Ist der … Un-Sinn weiterlesen

Verweigerung

Gerade entdeckte ich beim Aufräumen meinen Wehrpass wieder. Da werden schlagartig Erinnerungen wach an eine Zeit, in der es noch allgemein verpönt war den Wehrdienst zu verweigern. Nach meiner Überzeugung hätte ich dies tun müssen, aber mir fehlte der Mut. Umso mehr Respekt hatte ich vor einem Bundeswehrkameraden, der – da sein Antrag abgelehnt wurde – zwar zum Wehrdienst eingezogen wurde, aber während der 18 Monate jeglichen Dienst an der Waffe verweigerte. Dies hatte zur Konsequenz, dass er in kontinuierlicher Folge jeweils für 3 Wochen in den „Bau“ musste. So verbrachte er die 1 1/2 Jahre de facto als Häftling in … Verweigerung weiterlesen

Wenn man blöd ist …

Zweimal schon hatte ich mir Visitenkarten drucken lassen, obwohl mir klar war, dass nur selten die Notwendigkeit bestehen würde, diese an die Frau oder den Mann zu bringen. Nun ja, für den Fall des Falles kann es ja nicht schaden, wenn man ein solches Kärtchen hat, dachte ich mir. Von den zuerst gedruckten 250 Karten war kaum eine jemals eingesetzt worden – da ich aber beim Mobilfunkanbieterwechsel meine alte Nummer nicht mitnehmen wollte, sah ich mich gezwungen, neue Visitenkarten zu ordern. Wieder 250 Stück. Gleiches geschah dann vor einigen Monaten ein weiteres Mal. Anbieterwechsel – neue Nummer – neue Visitenkarten. … Wenn man blöd ist … weiterlesen

Wie es manchmal läuft

Zwei Menschen treffen zufällig aufeinander, reden miteinander, entwickeln Sympathie füreinander und tauschen zwischeneinander Zärtlichkeiten aus, verlieben sich ineinander und sind vor Glück ganz durcheinander, wollen für immer beieinander sein und sich umeinander kümmern, ziehen deshalb zueinander, möchten nie mehr voneinander lassen und können gar nicht ohneeinander sein, liegen mal übereinander, mal hintereinander, später nur noch nebeneinander, geraten zunehmend aneinander, streiten untereinander und kämpfen so lange gegeneinander, bis sie Trennungsgedanken nicht mehr voreinander verheimlichen können, nacheinander aufgeben und schließlich wieder auseinander gehen. EA Wie es manchmal läuft weiterlesen

Zwei Zentimeter

Da meine länger gewachsenen Haare nicht mehr für eine ordentliche Frisur geeignet waren und ich nach dem Aufstehen wie Struwwelpeter aussah, suchte ich einen Frisörsalon auf und entschloss mich zu einem Kurzhaar-Maschinenschnitt. Als die Frisörin fragte, wie sie die Haare schneiden solle, antwortete ich: „Bitte mit Maschine auf 2 cm Länge!“ Daraufhin meinte sie: „Zwei Zentimeter gibt es gar nicht. Wir haben nur Millimeter – von sechs bis zwanzig!“ Da ich sie nicht bloßstellen wollte, antwortete ich: „Dann versuchen wir es eben mal mit 20 mm!“ 😉 EA Zwei Zentimeter weiterlesen