Wandel

Es ist interessant, den Wandel der Sprache zu beobachten und festzustellen, dass bestimmte Fehler durch häufige allgemeine Anwendung eine solche Dynamik erzeugen, dass sie Richtiges als falsch und Falsches als richtig erscheinen und vielleicht irgendwann auch tatsächlich werden lassen. Ein bekanntes Opfer ist der Genitiv (z.B nach „wegen“ oder „laut“). Seit geraumer Zeit ist aber auch ein anderer weit verbreiteter Fehler zu konstatieren, der quer durch die Gesellschaft gemacht wird – auch von Menschen, die von Berufs wegen eigentlich korrektes Deutsch sprechen sollten. Ich meine die falsche Satzkonstruktion nach der Konjunktion „weil“. Dieses Wort wird im Satzbau fälschlicherweise wie „denn“ verwendet. Es hat allerdings keinen Sinn, dass ich das schreibe, weil es fällt eh fast niemandem auf. Oder habt ihr etwa bemerkt, dass ich den vorigen Satz falsch geschrieben habe? Richtig wäre er nur, wenn ich „denn“ statt „weil“ geschrieben hätte. Mit „weil“ hätte er lauten müssen: „Es hat allerdings keinen Sinn, weil es eh fast niemandem auffällt“. Nach „weil“ wird kein Hauptsatz gebildet. Nun ja, Fehler sind da, um gemacht zu werden. Außerdem kurbeln sie die Wirtschaft an, jedenfalls fördern sie den Umsatz der Firmen, die Rotstifte herstellen. Und ohne Rechtschreibfehler bräuchte man auch nicht so viele Deutschlehrer. Wie gut also, dass es Fehler gibt, weil ohne sie wäre zwar alles richtig, aber auch richtig langweilig ! Ups – „denn“, „denn“, „denn“!!!

EA

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