Menschin Meierin!

Kürzlich gab es in Saarbrücken eine Veranstaltung mit einer Kämpferin für die Gleichberechtigung der Frau auch in der deutschen Sprache. Ich habe nicht teilgenommen, da ich schon weiß, was die Dame fordert. Über die meiner Ansicht nach sprachliche Vergewaltigung durch die generelle Nennung der weiblichen und männlichen Wortformen („Kundinnen und Kunden“, „Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer“, „Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitäninnen und Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitäne“) hatte ich mich ja schon einmal ausgelassen. Wenn man die sprachliche Gleichberechtigung durch Nennung männlicher und weiblicher Wortformen und die Ablehnung der alleinigen männlichen Form weiterdenkt, ergeben sich noch weitere sprachliche Problemfelder. Wie verhält es sich denn mit „der Mensch“? Wäre „der Mensch und die Menschin“ bzw. „die Menschin und der Mensch“ sinnvoller? In „der Mensch“ findet sich die Frau rein sprachlich doch nicht wieder! Und was ist mit Familiennamen mit männlicher Endung? Es gibt so viele davon. Sollen zukünftig Frauen Familiennamen tragen wie „Krämerin“, „Schusterin“, „Metzgerin“? Noch krasser wäre das Problem bei rein männlichen Namen wie „Mann“, „Lehmann“, „Neumann“, „Schumann“, „Zimmermann“. Meine Mutter war eine geborene „Jungmann“. Hätte sie „Jungmännin“ heißen sollen oder gar „Jungfrau“ – oder nach ihrer Heirat „Altmeierin“? Fragen über Fragen. Vielleicht sollten wir uns die isländische Praxis zum Vorbild nehmen! Dann hätten meine Eltern „Heinrichstochter“ und „Peterssohn“ geheißen. Andererseits kann dieses Verfahren aber auch wieder nicht im Sinne der Frauen sein, da sie nach isländischer Sitte namentlich nur als Tochter des Vaters, nicht aber als Tochter der Mutter in Erscheinung treten. Es wäre wohl doch ratsam gewesen die Veranstaltung zu besuchen, um Antworten auf so viele Fragen zu bekommen. Über die sprachliche Problematik hinsichtlich des sog. „dritten Geschlechts“ wäre dann auch zu diskutieren gewesen. Ich danke für die Aufmerksamkeit, werte Menschinnen und Menschen, geschätzte Leserinnen und Leser, meine Freundinnen und Freunde, liebe Muttersöhnchen und Vatertöchterchen!

Erwin Josefssohn

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