Konjunktiv

Da im Sprachunterricht für Flüchtlinge gerade Konkjunktiv 1 und 2 auf dem Programm stehen, wird mir bewusst, wie extrem selten in der Alltagssprache die reinen Konjunktivformen Anwendung finden und wie unsinnig es ist, von Flüchtlingen zu verlangen, diese zu lernen, da selbst wir Muttersprachler bei der Konjugation von Verben im Konjunktiv oft kapitulieren. Ich hoffe sehr, dass man sich in Prüfungen auf die gängigen Formulierungen beschränkt und nicht etwa die Beherrschung folgender Konjugation verlangt:

ich schwömme/schwämme
du schwömmest/schwämmest
er/sie/es schwömme/schwämme
wir schwömmen/schwämmen
ihr schwömmet/schwämmet
sie schwömmen/schwämmen

Immerhin, man hat in diesem Fall sogar noch die Wahl zwischen „ö“ und „ä“ – wie großzügig unsere Sprache doch manchmal ist!

Übrigens: Es gibt ja Schwämme – und man könnte sich fragen, ob Schwämme schwimmen können. Wenn Schwämme schwömmen, spräche man von Schwimmschwämmen. Und schwömmen sie in Schwärmen, sähe man Schwimmschwämmeschwärme. Und wenn man von Schwimmschwammeschwärmen schwärmte, wäre das eine Schwimmschwämmeschwärmeschwärmerei!

Also, ihr Flüchtlinge, mit Fleiß und Ausdauer verstündet ihr sogar den Konjunktiv, ihr bezwänget alle Klippen der Grammatik und erklömmet den Gipfel der deutschen Sprache, sähet euch dann mit Recht als Kenner derselben und besänget euren Erfolg mit Stolz – aber wenn ihr es wirklich schafftet, verstünden euch viele Deutsche nicht mehr oder man hielte euch für abgehoben! Habt keine Angst vor Deutsch – Deutsche fühlen sich in ihrer Sprache selbst oft als Fremde! Ihr schafft das!

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