Gut geschlafen

Seit gestern weiß ich, dass man bei Opernbesuchern nicht generell davon ausgehen kann, dass sie aus Interesse am jeweiligen Stück ins Theater gehen. Bei dem jungen Pärchen, das gestern im Saarländischen Staatstheater neben mir saß, war Interesse an Gounods „Faust“ definitiv nicht der Antrieb für den Opernbesuch. Mir scheint, sie waren erschöpft vom Saarbrücker Altstadtfest und den hohen Temperaturen draußen und suchten eine kostenlose Möglichkeit, um sich zu entspannen und abzukühlen. Wenn man im Saarland studiert, kann man Aufführungen des Staatstheaters ja gratis besuchen. Und dank der Klimaanlage war es für die beiden Cleveren die perfekte Möglichkeit zu relaxen: Kaum ging das Licht aus, hieß es: Kopf in den Nacken legen und schlafen! Nach der Pause waren sie verschwunden. Ihre Karten hatten sie – wie es sich für moderne junge Menschen gehört – auf den Parkettboden geworfen. Ich nahm die Tickets dann mit und entsorgte sie zuhause, um den Reinigungskräften ein wenig Arbeit zu ersparen. Tja, man ist halt so ein doofer Alter, dem in jungen Jahren Anstand beigebracht wurde. Wenn „Anstand und Manieren“ ein Studienfach wäre, würden die Professoren heutzutage wohl in leeren Sälen dozieren.

EA

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