Glaube und Unglaube

Habe mir wieder einmal Gedanken über Glaube und Unglaube gemacht und mich gefragt, warum beide die Menschen voneinander abgrenzen und oft genug dafür sorgen, dass sie sich meiden oder sogar hassen und im Extremfall töten. Das Wort „Glaube“ sagt doch aus, dass ich etwas nicht weiß, sondern nur daran glaube. Im konkreten Fall: Man weiß nicht, dass es einen Gott gibt, aber man glaubt an seine Existenz. Der Ungläubige „glaubt“ ja aber auch – nämlich, dass es keinen Gott gibt. Er ist so gesehen auch ein Gläubiger. Er GLAUBT an die Nichtexistenz Gottes – ohne zu wissen, ob sein Glaube stimmt. Die Vertreter beider Positionen sind also dadurch vereint, dass sie etwas nicht wissen, sondern es nur glauben. Ist das ein Grund Gegner zu sein? Theisten und Atheisten sollten Freunde sein auf der Basis dessen, dass sie beide nicht wissen, sondern glauben. Gesprächsstoff wird immer reichlich vorhanden sein. Und dass es solche Freundschaften gibt, „glaube“ ich nicht – ich weiß es! Auf rein sprachlicher Ebene sollte man sich vielleicht einmal Gedanken darüber machen, den Begriff „Ungläubiger“ durch einen anderen zu ersetzen, um dem Wort das Negativ-Image zu nehmen. Derjenige, der nicht raucht, wird ja auch nicht „Unraucher“ genannt. Wer nicht bei der Armee ist, ist kein Unsoldat und wer nicht den Meisterbrief erworben hat, ist kein Unmeister. Und sagt jetzt bitte nicht, dass ich Unsinn geschrieben habe! 😉

EA

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