Darf ich? Nein!

Opernstar Elina Garanca in Saarbrücken – dieses Ereignis wollte man sich nicht entgehen lassen. So war die Congresshalle bis auf den letzten Platz besetzt und es herrschte allgemeine Begeisterung nach dem Konzert der Deutschen Radio Philharmonie mit Garanca als Solistin. Nach Konzertende nahm die Sängerin zusammen mit ihrem Mann Karel Mark Chichon, dem damaligen Chefdirigenten des Orchesters, an einem Tisch im Foyer der Halle Platz und gab Autogramme. Wäre ihr Mann nicht der Chefdirigent gewesen, hätten die Saarbrücker wohl nie das Glück gehabt, die Mezzosopranistin, die an den größten Bühnen der Welt zuhause ist, in ihrer Stadt zu erleben. Eine große Menschentraube hatte sich gebildet und jeder reckte die Hände hoch, um die Sängerin zu fotografieren. Ich beobachtete dies eine Weile und beschloss, nicht über die Köpfe anderer hinweg zu fotografieren, sondern bis zum Schluss zu warten und dann auch – wie es sich eigentlich gehört – zu fragen, ob ich ein Foto machen dürfe. So war ich denn einige Zeit später der letzte Konzertbesucher am Autogrammtisch. Obwohl ich als ein großer Fan eigentlich nur Interesse hatte, Elina Garanca zu fotografieren, dachte ich, dass es nicht höflich wäre, ihren neben ihr sitzenden Mann „links liegen zu lassen“. Daher fragte ich die Sängerin, ob ich ein Bild von ihr und ihrem Mann machen dürfe. Sie schaute mich etwas skeptisch an – ihr Blick fiel auf meine Kameratasche – und fragte mich: „Was wollen Sie denn mit dem Foto machen?“ Ich antwortete wahrheitsgemäß, ich sei nur ein Hobbyfotograf und als Fan von ihr würde ich mich freuen, ein eigenes Foto haben zu dürfen. Ihre Antwort war dann unerwartet kurz und kühl: „Nein“. Keine weitere Erklärung. Der Orchestermanager hatte wohl meine Frage und ihr „Nein“ mitbekommen und sagte (vielleicht aus Mitleid mit mir), ohne dass Elina Garanca es hören konnte: „Machen Sie doch einfach ein Foto, das haben ja alle anderen auch gemacht!“ Dies wollte ich aber nicht und ich nahm mir vor, nach dem Grund für ihr Nein zu fragen. Dies tat ich dann auch und betonte, dass ganz viele Leute vor mir fotografiert hatten ohne zu fragen – und ich der einzige gewesen sei, der so anständig gewesen war, um Fotografiererlaubnis zu bitten, dass ich daher den Grund für das Nein nicht verstehen könne. Die Erklärung kam dann. Sie sagte, ich habe sie mit ihrem Mann zusammen fotografieren wollen, dies würden sie beide aber nicht mögen: „Wir posieren nicht gerne vor der Kamera.“ Als ich dann fragte, ob ich sie denn alleine fotografieren dürfe, hatte sie nichts dagegen. So kam ich dann doch noch zu meinem Bild. Übrigens stand sie unmittelbar danach auf und posierte mit ihrem Mann zusammen vor der Kamera des Orchestermanagers. Tja!

EA

 

 

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