Brima Glima

Sie sind Saarländer? Dann ist Ihnen alles, was ich nachfolgend bräsentiere, schon glar wie Gloßbrühe und Sie haben kein Broblem damit – schließlich sind Sie ja in diesem gleinen Ländchen aufgewachsen. Allen anderen, die ganz sicher bei der Überschrift und auch bei den hier erkannten Rechtschreibfehlern schdudzig geworden sind, will ich einmal erglären, was Sie bei einem Besuch des Saarlandes von den Einheimischen zu hören bekommen – sogar von schbrachlich geschulten Schbrechern des Saarländischen Rundfungs. Ganz abgesehen davon, dass hierzulande ein schbezieller Dialekt geschbrochen wird, erkennt man den Saarländer auch beim Hochdeutschschbrechen. Wir sind wohl nicht als harte Typen über den Drampelpfad der Zeitgeschichte gewandert … oder sie hat uns weichgeglopft. 😉

Der typische Saarländer schbricht nämlich beschdimmte Buchschdabenfolgen brinzipiell nicht hart, sondern weich aus. Diesem Brinzip des Sprechens begegnet man auf Schritt und Dritt. So wird in der Schbortreportage aus dem „Trainer, der vom Platz flog“, ein „Drainer, der vom Blatz flog“.

Der Saarländer träumt auch nicht – er dräumt! In einer Partnerschaft ist er dreu, er drinkt gerne („Brost!“), genießt das – wettermäßig und zwischenmenschlich gesehen – brima Glima im Land und drifft sich oft mit Freunden. Das Wort „Greisverkehr“ bedeutet im Saarland keineswegs, dass man auch noch Sex im Alter hat.

Die Menschen hier sind musikalisch und viele schbielen ein Inschdrument, zum Beischbiel Glavier, Glarinette, Drommel oder Driangel – immer mit dem Ziel, einen schönen Glang zu broduzieren. Bisweilen bläst der Saarländer aber nicht etwa Drompete, sondern Drübsal auf Noten – wenn er mal keinen Blan oder einfach nur schlechte Schdimmung hat. Musik ist jedenfalls für viele eine dreibende Graft. Für mich übrigens auch. Sie dreibt mich immer wieder ins Saarbrücker Schdaatstheater. Besonders wenn Oper auf dem Schbielblan bzw. auf dem Brogramm schdeht, nehme ich gerne Blatz und genieße die schönen Schdimmen der Sobranistinnen. Meine Hits: „La Draviata“, „Der Droubadour“ und „Dristan und Isolde“.

Leider gibt es auch bei uns hier in der Brovinz Menschen, die nicht mit gutem Bedragen brahlen können – manche entwickeln als Drickbedrüger griminelle Energie oder werden zum Driebtäter. Voll grass!

Viele Saarländer sind schbortlich aktiv. Die einen halten sich auf dem Drimmpfad fit, andere drainieren auf dem Drampolin. Der Saarländer drotzt jedem Schdurm mit geradezu breußischer Disziblin und ihm fällt nie ein Zacken aus der Grone. Wenn er Glamotten kauft, achtet er darauf, dass kein unnötiges Geld verbrasst wird (der Geldbeutel ist nicht mehr so brallvoll wie noch vor Jahren) und alles schön breiswert ist. Wenn nicht, gibt es eben nur Gleingram und keine neue Grawatte, kein Drikot für den Gleinen und kein brachtvolles Gleid für die Ehefrau, auch wenn sie mit ihrer Branke droht, einen Grawall anzettelt, ihm an den Gragen geht oder sogar einen Ehegrieg heraufbeschwört. Gutes Essen wird im Saarland groß geschrieben … und genossen, bis man blatzt. Danach wird dann der Briester gerufen. Tja, so dragisch kann es enden!

EA

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