Berliner Unfreundlichkeit

Die Unfreundlichkeit der Berliner ist kein Gerücht, was schon an der Zahl der Suchmaschinen-Treffer ersichtlich ist, wenn man die entsprechenden Schlagworte eingibt. Erlebt habe ich diese Unfreundlichkeit auch schon häufiger. Mein jetziger Aufenthalt begann damit. Als ich nach Ankunft im Hauptbahnhof die SB-Bahn betrat, um zum Hotel zu fahren, sah ich einen einzigen freien Platz, auf dem allerdings zwei nicht sehr große Einkaufstüten standen, die ein Mann auf dem ihm gegenüberliegenden Sitz abgestellt hatte. Er erkannte, dass ich auf ihn zusteuerte und setzte sofort ein denkbar unfreundliches Gesicht auf, wohl um zu verhindern, angesprochen zu werden. Das tat ich dann aber doch und bat ihn, die Tüten an sich zu nehmen, weil ich auf dem Sitz Platz nehmen wolle. Ich kann gar nicht treffend genug schildern, wie er reagierte. Zu hören war eine Mischung verschiedenster Laute des Missfallens und Genervtseins, gepaart mit einem unnachahmlich widerwärtigen Blick. Unter stillem Protest nahm er die Tüten weg und schaute mich dabei vorwurfsvoll, ja hasserfüllt an. Ich sagte daraufhin zu ihm: „Machen Sie doch nicht so ein Gesicht – die Sitzplätze sind für Menschen da, nicht für Sachen!“ Es entfuhr ihm ein verächtliches „Jaaa, jaaa!“, dann schaute er in eine andere Richtung und würdigte mich keines Blickes mehr, bis ich ausstieg. Schade nur, dass ich kein Foto von ihm machen konnte!

EA

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s