Adam und Eva und die Fremdsprachen

Gott hat Adam und Eva erschaffen. So steht es in der Bibel und so wurde es uns als Kind gelehrt. Man glaubte es. Die Zweifel kamen erst später. Noch viel später die Gewissheit, dass es nicht so kein kann. Aber stellen wir uns einmal vor, es sei tatsächlich so gewesen. Gott erschuf also als erstes menschliches Lebewesen einen Mann: Adam. Dieser benötigte zwecks Fortpflanzung eine Frau. Gott hätte sie dank seiner Allmacht genau wie Adam neu erschaffen können, aber er bastelte sie aus einer Rippe von diesem. Die erste Frau entstammt also dem ersten Mann. Im Französischen sehen wir das an der Bezeichnung „MADAME“ – da steckt der gute ADAM ja noch drin. Für alle späteren Generationen lief die Erschaffung von Menschen nicht mehr auf göttlicher, sondern auf rein menschlicher Ebene durch den sexuellen Akt. Schon bei der zweiten Generation musste Gott nicht mehr tätig werden. Er hätte sich in seiner Allmacht theoretisch ja auch andere Fortpflanzungsmodelle ausdenken und umsetzen können. Kinder hätte er beispielsweise an Sträuchern heranwachsen lassen können, von denen man sie hätte pflücken können. Oder sie wären im Falle eines Kinderwunsches sanft vom Himmel herabgeschwebt. Er entschied sich für die lustvollere Alternative. Adam und Eva wuchsen also heran. Ach nein, stimmt nicht – sie sind ja als erwachsene Menschen erschaffen worden. Aber egal! Diese beiden Menschen mussten sich verständigen und unterhalten können. Dazu hatte ihnen Gott entweder eine Sprache mitgegeben, die sie gar nicht lernen mussten, oder Adam und Eva mussten sich eine solche ausdenken. Letzteres hätte lange gedauert, aber irgendwann hätten sie für alles, was es gibt, einen Begriff gehabt, sie hätten den sprachlichen Umgang miteinander immer weiter entwickelt und schließlich eine funktionsfähige Sprache gehabt. Diese Sprache hätten sie natürlich an ihre Kinder weitergegeben und so wäre es immer weiter gegangen. Generation um Generation hätten sich alle in dieser Sprache unterhalten. Irgendwann hätten Nachfahren von Adam und Eva andere Gegenden besiedelt und sich in immer weiter entfernten Ländern angesiedelt. Jetzt kommen wir zum springenden Punkt: Zu keiner Zeit hätte für irgendeinen Nachkommen der beiden ersten Menschen die Notwendigkeit bestanden, eine ganz neue Sprache zu erfinden und die Muttersprache nicht mehr zu sprechen. Warum aber hätte man das tun sollen? Aus Spaß? Aus Langeweile? Alle sind doch in der Sprache von Adam und Eva groß geworden und haben diese an ihre Kinder weitergegeben. Auch heute noch würden alle Menschen EINE Sprache sprechen. Diese hätte sich sicher regional verändert und Dialekte wären entstanden, aber nie hätte man sich dazu gezwungen gesehen, eine komplett andere Sprache zu erfinden. Ist also nicht allein schon die Tatsache, dass es so viele in Wort und Schrift ganz unterschiedliche Sprachen gibt, der Beweis dafür, dass die Schöpfungsgeschichte ein Märchen ist? Die Erzählung im Alten Testament bezüglich der babylonischen Sprachverwirrung im Zusammenhang mit dem Turmbau zu Babel würde den Gegenbeweis liefern – wenn man sie glaubt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s