Corona

Was mich hinsichtlich der komplett gegensätzlichen Meinungen in der Gesellschaft in Bezug auf die Gefährlichkeit des Corona-Virus und die im Zusammenhang damit stehenden staatlich verordneten Maßnahmen irritiert, ist die Erkenntnis, dass die Intelligenz der Menschen bei deren Positionierung offensichtlich keine Rolle spielt. Bei Menschen, an deren Intelligenz kein Zweifel besteht, finden sich sowohl Verfechter der staatlichen Linie als auch überzeugte Andersdenkende. So ist es ja auch generell im Bereich politischer Ansichten. Das Wort „dumm“ hört man oft und spricht es selbst auch aus, wenn man die der eigenen Sichtweise konträre Meinung einschätzen soll. Ich selbst habe auch schon oft gesagt: … Corona weiterlesen

Die tote Stadt

Dieser Tage erlebte ich etwas Eigenartiges in Saarbrücken. Ich besuchte die Einführungsmatinée zur nächsten Opernpremiere am Staatstheater, Korngolds“Die tote Stadt“. Regisseur Aron Stiehl erläuterte auf faszinierende Weise den Inhalt des Werkes, das zwischen Realität und Traum wechselt. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der im Andenken an seine verstorbene geliebte Frau einen Raum mit zahlreichen Erinnerungen an sie zu einer „Kirche des Gewesenen“ werden lässt. Nach dieser Veranstaltung schlenderte ich durch die Altstadt und fotografierte ein altes Haus. Da öffnete sich ein Fenster und ein alter Mann fragte, was ich denn da tue. Ich stellte mich vor und berichtete über meine … Die tote Stadt weiterlesen

In die Breite gegangen

Geht es euch auch so? Wenn man alte Fotos von sich selbst betrachtet, kommt Ärger auf. Man ärgert sich über deren schlechte Qualität und darüber, dass man nicht viel später auf die Welt gekommen ist – zu Zeiten also, als die Fotoqualität wesentlich besser war als damals. Gleichzeitig ärgert man sich aber auch beim Betrachten aktueller Bilder, da diese zwar qualitativ viel besser sind als die früheren, allerdings die eigene Person deutlich breiter aussehen lassen als auf den alten Fotos. Es ist mir ein Rätsel, wie es trotz moderner Kameratechnik zu dieser Verfälschung der Körperausmaße kommen kann. Bei Spiegeln tritt … In die Breite gegangen weiterlesen

Liliana Barros

Dieses Foto machte ich vor ein paar Jahren bei einer Kunstausstellung und habe es heute nachbearbeitet. Das Bild zeigt Liliana Barros, eine Malerin, die auch Tänzerin ist. Die tanzende Malerin bzw. die malende Tänzerin hatte eine Tänzerin gemalt, die nur Tänzerin ist, nicht Malerin. Diese nicht malende Tänzerin und die malende Tänzerin, die auch eine tanzende Malerin ist, sind also Kolleginnen – Tanzkolleginnen, um genau zu sein. Heute habe ich nun in das Foto von der malenden Tänzerin, die ihre Tanzkollegin gemalt hat, das zuvor verkleinerte Originalfoto hineinkopiert, sodass es sich jetzt nicht mehr um das Originalfoto handelt, sondern um … Liliana Barros weiterlesen

Problemlösung

Ich glaube, dass das „das“ anstelle von „dass“ nicht das Problem ist, sondern dass es vielmehr das „dass“ ist, das das Problem darstellt, weil das „dass“ es im Gegensatz zu „das“ so schwer macht, das „dass“ als Konjunktion und das „das“ als Artikel bzw. Relativpronomen voneinander zu unterscheiden. „Dass“ ist einfach nicht zu fassen. Und es ist nur logisch, dass das zu Fehlern führt. Das „dass“ ist also der Übeltäter, dass das klar ist! Das „dass“ soll daher ganz verschwinden! Weg mit dir, „dass“! Feiern wir den Sieg des „das“ über das „dass“! „Dass“ ist tot – es lebe das … Problemlösung weiterlesen

Trennungsabsichten

Ich kenne sie schon sehr lange und bin ihr immer treu verbunden geblieben. Vor ihr hatte ich durchaus Erfahrung mit anderen, aber dann fand ich sie und entschied mich, dass sie mich für den Rest meines Lebens begleiten sollte. Sie hat einen schönen und edlen Körper mit anschmiegsamen Rundungen. Ihr Loch in der Körpermitte ist natürlich etwas, worauf man nicht verzichten wollte. So dachte ich jedenfalls eine lange Zeit. Doch dann – wie es manchmal so ist – verlor ich das Interesse an ihr. Zwar hatte ich mich nicht von ihr getrennt, aber ich beachtete sie zunehmend nicht mehr – und … Trennungsabsichten weiterlesen

Zebrastreifen

Heute hielt ich an einem Zebrastreifen an, da ich einen Jugendlichen auf dem Gehweg sah und ich damit rechnete, dass er die Straße überqueren wollte. So war es dann auch. Sehr schade, dass ich kein Video von diesem Vorgang zeigen kann! Es war kein Gehen, sondern ein langsames Schreiten, ein sehr langsames Schreiten, das ich beobachten konnte. Ich erkannte, dass der junge Herr schon oft die Muckibude besucht hatte. Seine Körperhaltung und der vielsagende Blick, den er mir zuwarf – einfach göttlich, so ganz von oben herab: „Alter, guck, wie ich den Zebrastreifen dominiere! Warum hast du mir eigentlich keinen … Zebrastreifen weiterlesen